Elektro Autos Schattenseiten eines Booms

Elektro-Autos gelten als emissionsfrei, klima- und umweltfreundlich. Die deutsche Auto-Industrie erwartet sich ein Milliardengeschäft. Doch Wissenschaftler warnen inzwischen: Der ökologische Rucksack, also die Summe der Umweltbelastung durch alle bei der Herstellung verwendeten Materialien, ist bei der E-Mobilität doppelt so hoch wie bei Verbrennungsmotoren. Das WELTjournal+ zeigt, wie viele unterschiedliche Rohstoffe für die Produktion gebraucht werden. Vor allem der Abbau von Lithium, das für die mehrere hundert Kilo schwere Batterie benötigt wird, zerstört fragile Ökosysteme in Südamerika und raubt der dort lebenden Bevölkerung Land und Wasser. Die Herstellung eines 100-kWh-Akkus, notwendig für eine Reichweite von rund 400 Kilometer, verursacht eine Klimabelastung von 15 bis 20 Tonnen Kohlendioxid - ein Wert, für den ein 6-Liter Mittelklassewagen mit Benzin- oder Dieselmotor bis zu 100.000 Kilometer weit fahren kann. Experten sind sich einig: Der einzige Weg, Mobilität umweltfreundlicher zu gestalten, ist, den Individualverkehr zu reduzieren und den öffentlichen Nahverkehr zu stärken. Wie das funktionieren kann, zeigt ein Beispiel im litauischen Vilnius.